Nach 3 Jahren

Endlich habe ich bzw. wir uns entschlossen uns ein Tattoo stechen zu lassen. Vor drei Jahren habe ich mir geschworen -als Zeichen der Belohnung und Anerkennung- wenn ich die Ausbildung voller Hohn, Pein und Mobbing geschafft habe, ein Tattoo stechen zu lassen.

Natürlich habe ich es die drei Jahr vor mir hergeschoben weil ich Angst hatte und unentschlossen war. Dazu noch die finanziellen Sorgen. Ein Tattoo war undenkbar.

Da es uns ja seit geraumer Zeit finanziell und Beziehungstechnisch sehr gut geht, dachte ich, jetzt oder nie, sonst bleibst du immer ein Feigling. Bei dem Motiv war/en ich/wir dann doch sehr entschlossen und am Samstag war es dann soweit.

Natürlich hatte ich Angst wegen den Schmerzen, aber es hat nur am Anfang weh getan bis man sich daran gewöhnt hat. Nur beim Ausmalen war es dann doch recht schmerzhaft. Gott sei Dank hat mein Tiger mir die ganze Zeit liebevoll die Hand gedrückt und mich beruhigt… So ging die Zeit sehr schnell vorbei.

Nein, keine Sorge. Wir haben uns keine Namen oder sonst irgendwelchen romantischen Kitsch tätowieren lassen. Jeder hat sein eigenes Motiv ausgewählt und was soll ich sagen?! Es  sieht toll aus!

Und als Belohnung weil ich so tapfer war gabs einen selbst gebackenen Kürbiskuchen 🙂

Geschafft!

Heute habe ich eine Zwischenprüfung bestanden mit 82 von 100 Punkten. Ja ich weiß, manche denken ist o.k.  Aber für mich ist das ein rießen Fortschritt dafür das ich seit Jahren aus der Schule bin. Das lernen früher hat also doch seine Spuren hinterlassen… Ich bin sehr glücklich!

Und ich durfte mein Werkstück heute nach Hause nehmen. Siehe da:

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Es ist zwar nicht perfekt geworden aber für mich hat die Rose eine besondere Bedeutung und kommt an einen besonderen Platz.

Man soll ja auch sehen das es handgemacht ist ;=)

Schulalltag

Im Moment sieht mein Alltag so aus:

– 8 Stunden Schule, in denen nur jede 2-3 Stunden eine kleine Pause gemacht wird.

– fast jeden Tag einen neuen Stoff  lernen [ohne Rücksicht auf Verluste]

– tägliche Tests, in denen geprüft wird ob man ja alles mitbekommen hat.

Danach: Haushalt erledigen [Abwasch vom Vortag, Haustiere kümmern, staubsaugen etc…]  schnell was kochen, Abendessen, Brot für den nächsten Tag vorbereiten, versuchen zu lernen, duschen und tot ins Bett fallen.

Ich bewundere und habe Respekt vor den Menschen die Studieren und noch [mehrere] Jobs gleichzeitig haben!!

Obwohl es meine ganze Energie und Kraft kostet, macht es mir Spaß und so schnell gebe ich nicht auf.

Danke

Gespräch mit meiner Mom

Gestern rief meine Mom an. Nach Wochen.  Es tut weh darüber zu schreiben, darüber nachzudenken. Trotzdem schwirrt es in meinem Kopf herum…

Das Gespräch lief wie immer. Sie erzählte von ihrer Arbeit – ignoriert dabei ihre Gesundheit [Diabetes, Bronchitis] – möchte wissen wie es mir geht und akzeptiert dabei NUR ein “gut” – Gespräch vorbei.

Seit Wochen habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich scheue die Nähe von meiner Mom und gehe ihr aus dem Weg. Unsere Beziehung zueinander ist schlecht – sehr schlecht.

Das liegt daran dass…

1.  Meine Mom sich immer nur IHRE Situation und IHRE Probleme angesehen hat bzw. sehen wollte. Wie arm doch NUR sie ist und niemand sonst auf der Welt! Niemand erging es so schlecht wie ihr! Nein wir Kinder haben früher natürlich nichts mitbekommen, wir  waren ja zu klein um es zu verstehen. Kein Interesse wie wir Kinder alles mitbekommen haben und damit umgegangen sind.

2. Sie NIE für uns da war. Egal ob wir Probleme hatten, krank waren oder sonst erging, sie hatte keine Zeit. Es gab keine gemeinsamen Freizeit Aktivitäten, kein Frühstück bzw. Abendessen. Keine Zeit für unsere Elternabende. Für mich und meine Brüder keine “Aufklärung” keine abendlichen vorlese Rituale. Nichts.  Wir waren mehr oder weniger uns allein überlassen. Das einzigste was ich von ihr gelernt habe ist die Selbständigkeit. Immerhin.

Natürlich hat sie uns finanziell vieles ermöglicht. Das erste Fahrrad, neue Spielsachen, teure Schulausflüge, der neue Computer, mein Führerschein alles konnte sie uns ermöglichen. Aber dass wir lieber eine Umarmung, kuscheln und eine liebe Geste gebraucht hätten, als all das Geld versteht sie bis heute nicht.

Am Telefon hat sie mich NICHT einmal nach unserem ersten Urlaub oder um meine Sorgen und Ängste gefragt. Nein, sie wollte alles über meine Arbeit wissen und natürlich war sie mächtig Stolz als ich ihr von meinem Lehrgang erzählte…  Ihre Antwort: “Arbeit macht sich doch bezahlt, Kind.”

Ich habe oft versucht mit ihr zu reden. Wie alles damals gelaufen ist, wie wir alles erlebt haben und  NIE darüber gesprochen wurde. Ihre  Ausreden waren immer dieselben:  keine Zeit, eigene Probleme, immer arbeiten usw.

Wir sollten froh sein das sie uns alles ermöglicht hat andere Kinder hätten nicht so viel Glück etc. Bis heute keine Entschuldigung, keine Einsicht, keine Aussprache, keine liebevollen Gesten. Nichts.

Zwischen uns herrscht eine Kälte und ich kann mich absolut nicht dazu überwinden sie zu umarmen.

Ganz ehrlich? Zu meiner Mom habe ich Gefühle wie zu einem Stein. Traurig aber wahr…

Schöne Herbsttage

Es tut so gut, die letzten Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren. Die teilweise bunten Blätter rascheln zuhören  und die frische kühle Luft  tief einzuatmen.

Ich liebe die Herbstzeit. Der ganze Wald ist mit tollen bunten Blättern bedeckt und bei jedem Schritt raschelt es unter den Füßen. Als Kind habe ich Kastanien gesammelt, Kürbisse geschnitzt und mit dem Laub gespielt. Es war die Zeit als meine Großeltern den Garten auf den Winter vorbereiteten und anfingen Obst und Gemüse für den Winter einzukellern oder einzukochen.

Marmelade hat immer meine Oma gekocht. Ich war als Kind immer Stolz ihr helfen zu können. Die Zwetschgen zu entkernen, waschen und zu schneiden. Die Gläser auszukochen und mit den Decken zu sortieren. Das Rezept für ihre Essiggurken mit getrockneten Kräutern und Gewürzen  hat sie mir beigebracht. Es sind die besten Gurken die es gibt. Scharf-würzig -knackig.

Jedes Jahr habe ich mit Vorfreude auf den Herbst gewartet und die Tage gezählt bis es endlich losging… Am liebsten mochte ich das eingelegte Weisskraut, dass mit viel Arbeit verbunden war. Aber für das Ergebniss hat es sich gelohnt.

Eines abends saßen wir abends vor dem Kamin und ich trank Kaba. Der Wind heulte und die Fensterläden klapperten, ich hatte Angst. Da erzählte sie mir von ihren Kriegserlebnissen, ihre Verfolgung und Flucht. Am Ende schluchzten wir beide, umarmten uns, während das Holz im Hintergrund knisterte…Sie hat es immer gut gemeint und strahlte eine Herzenswärme aus!

Für mich ist meine Oma was besonderes! Und jetzt kämpft sie gegen die Leukämie…

die ersten “Schultage”

Diese Woche ging mein Fortbildungslehrgang los. Früher liebte ich die Schule, lernte mehr oder weniger fleißig und hatte ganz gute Noten.

Ich wollte nie wie die anderen Schüler, endlich raus aus der Schule sondern im Gegenteil immer weiter machen.. Zumal ich das Glück hatte auf eine spezial Schule zu gehen die den Schwerpunkt Ökologie hatte und auch viel Praxis untterichtete. Die einzigste Schule in meinem Bundesland.

Nach 4 Jahren arbeiten, durchschlagen, und kämpfen tut es so gut, wieder die Schulbank zu drücken und seine Gehirnzellen heraus zu fordern!

Natürlich fiel es mir am Anfang schwer. Wir starteten gleich mit Physik und Chemie. Nicht gleich meine Lieblingsfächer -.-  Und in dieses “akademisches Deutsch” muss ich mich auch noch reinfinden aber es macht irre Spaß!

Nun sitzen wir, ich und mein Tiger, abends mit einer Kanne heißen Tees zusammen und lernen. Naja, er gibt mir Nachhilfe. Er hat ein unglaubliches Wissen was die wissenschaftlichen Themen angeht und kann es mir verständlich erklären.

Ich bin gespannt was noch auf mich zukommt…

Aber ich werde diesen Lehrgang erfolgreich bestehen,das habe ich mir fest vorgenomen.

Meine Geschichte

Zwischen mir und meiner Tante Bruni, die 18 Jahre älter ist als ich, herrschte eine besondere Beziehung. Zumindest dachte ich das bis vor zwei Jahren.

Da mein Dad “paranoide Schizophrenie” hat und somit berufs- bzw. erwerbsunfähig ist, musste meine Mom seit ich denken kann Vollzeit arbeiten.  Mein Dad bekommt zwar eine staatliche Rente, da er 20 Jahre lang gearbeitet hat, aber für eine sechsköpfige Familie reichte es vorne und hinten nicht.

Durch das dass meine Mom nie da war, mein Dad mit seinen eigenen Problemen beschäftigt war, passte meine Tante Bruni immer auf mich auf.  Sie ist meine Taufpatin. Sogar viel mehr als das.

Bruni war mein absolutes und einzigstes Vorbild. Als Kind vergötterte ich sie regelrecht. Bruni war 19 Jahre alt als wir nach Deutschland kamen. Ihr rumänisches Abitur wurde damals nicht anerkannt. So musste sie die letzten beiden Jahre wiederholen ohne kaum ein Wort zu verstehen.

Aber sie boxte sich durch, bekam ein Abschlusszeugnis von “sehr gut” und studierte Medizin Informatik.  Damals war unsere Familie nicht sehr Vermögend, ja sogar arm. Um ihr Studium zu finanzieren arbeitete sie bei 3 Arbeitsstellen. Heute ist sie Konzernchefin bei einem der größten Medizinfirmen Deutschlands.

Sie  brachte mir als Kind das lesen, Fahrrad fahren und vor allem Lebensfreude bei. Als einzigste Bezugsperson konnte ich ihr alle meine Träume, Wünsche und Sorgen erzählen. Wenn mein Dad wieder einen “Anfall” hatte. Wenn meine Eltern sich stritten und ich mich alleine und einsam fühlte. Bei meinen Teenager Problemen half sie, hörte zu und hatte immer Zeit und Verständnis. All das neben dem Studium und 3 Jobs.

Bis vor zwei Jahren…

Ich erzählte ihr, als erste und einzigste Person überhaupt, von meinen Depressionen. Ich hatte auf Unterstützung, Rat und Mitgefühl gehofft. Fehl gedacht…

Es kamen nur Vorwürfe und meine Lieblingssätze: “Ist doch alles nicht so schlimm“, “das bildest du dir nur ein…” etc.

Peng! Mein Vertrauen zu ihr ist gebrochen… So vertraue ich niemanden mehr in meiner Familie.

Neuigkeiten Job

In den letzten  zwei Monaten habe ich mich richtig reingehängt in meinem Job. Ich nahm Überstunden in kauf, stellte mich mit Rat und Tat zur Verfügung und gab sonst das fleißige Bienchen. Das hat mich fast meiner ganzen Kraft beraubt. Denn ich bin kein offener Mensch. Ich vertraue Menschen erst nach gründlichen Prüfungen. Kontakt zu Menschen fällt mir sehr schwer.

Vor ca. 8 Wochen gab es einen Aushang für eine Firmeninterne Akademie bzw. Fortbildungslehrgang. Ich durchstreifte das Internet, bat meinen Freund um Hilfe und bewarb mich. Nach der ersten Zusage kam prompt der Termin für das Bewerbungsgespräch. Zwei Wochen lang konnte ich kaum schlafen, fragte mehrere meine Nachbarin und Freunde  was ich denn sagen könnte. Kurz meine Nerven waren blank!

Dann, als der Tag kam, legte ich mich richtig ins Zeug. Ich wollte unbedingt unter den 100 Bewerbern den Lehrgang bekommen! Ich weiß zwar nicht wie, aber es hat geklappt und sie waren mächtig beeindruckt!

Noch am selben Tag bekam ich die Zusage mit einem dicken Lob dass ich mich so reingehängt habe.

Ich bin so glücklich! Endlich hat sich die Plackerei, die ganze Mühe und meine Nerven strapazierungen gelohnt.

Ab übernächster Woche geht es los. Drei Monate auf Lehrgang. Ich bin soo gespannt, was auf mich zukommt und was die Zukunft noch bereit hält…

Die U- Bahn

Manchmal wenn ich in der Bahn, im Bus oder durch die Straßen laufe fühle ich mich einsam. Als gehörte ich nicht hier her. Es ist schwer zu beschreiben und hört sich vielleicht blöd an aber ich komme mir vor als wäre ich in einem anderen Leben, wie die anderen. Ständig sehe ich Menschen die auf ihre iphones starren, ständig Kopfhörer tragen, immer auf den neuesten Stand auf Facebook schauen. Einfach Menschen die hektisch herumirren um ja keine wertvollen Sekunden zu vergeuden.

Bin ich so anders?

Mich interessiert kein Facebook, ich habe kein iphone [was ich mir nie zulegen würde], lasse mir Zeit mit meinen Dingen und versuche mich nicht unter druck  zu setzen. Was bringt es, wenn ich mit dem Auto jemanden überhole nur damit ich an der nächsten Ampel vor ihm stehe. Was bringt es meinen Einkauf super schnell zu erledigen um ja rechtzeitig meine Fernsehserie anschauen zu können?!

Warum muss sich alles um Styling, Klamotten und Äußeres beziehen?

Warum ist die Mehrheit der Gesellschaft so sehr darauf bezogen?

Mich interessiert nicht ob die Nachbarin mit Schlabberhosen einkaufen geht, oder auf Facebook ihr Leben postet. Mich interessiert wie es ihr geht und wie sie ihr Leben meistert.  Mich interessiert nicht ob der eine dick oder dünn ist.  Wenn ich meine Kollegen, Freunde und Bekannte anhöre fühle ich mich alleine mit der Einstellung. Besonders weil ich nicht in Facebook bin [NIEMALS!] werde ich oft ausgegrenzt.

Shit Happens!

[Edit: Ich weiß es gibt Ausnahmen und ich möchte niemanden über einen “Kamm” scheren.]

Die Kommode

Seit ca. zwei Monaten hab ich nichts mehr gebloggt… In meinem Leben ist einiges passiert. Hauptsächlich nur positives aber dazu später mehr…

Wir haben schon seit Jahren eine Kommode aus Buche. Nein [!]  kein Poco, Ikea, Roller oder sonstige billig Möbelstück. Nein es war eine aus echtem Buchenholz mit Scharnieren, Schloss und Schubladen.

Da wir für die Kommode keine Verwendung mehr hatten, haben wir uns entschlossen sie zu verschenken. Mein Tiger viel es nicht leicht, schließlich war es mal ein Geschenk von einem Verwandten und außer ein paar kleine Macken sah sie noch tipp topp aus.

Nach langem suchen und grübeln. Verschenkten wir sie an eine “Jungfamilie.”

Sie, keine 30 Jahre Hausfrau, Er, berufstätig und das kleine Baby [goldig!] und das Haushaltsgeld war sehr knapp.

Kurzerhand entschlossen wir die Kommode der Familie zu schenken. Sie haben sich so gefreut! Das war Belohnung genug.

Warum ich das blogge?

Ich erwarte keine Jubelschreie, kein Dankesreden, kein Lob.

Aber ich weiß genau, wie es ist kein Geld zu haben. Es gab eine Zeit, da wusste ich nicht wie ich meinen Kühlschrank auffülle und  meine Rechnungen bezahle.

Ich wünschte damals hätte mir jemand geholfen.

Es tut gut anderen Menschen [die es brauchen] zu helfen ohne ihren Stolz zu verletzen!