Gespräch mit meiner Mom

Gestern rief meine Mom an. Nach Wochen.  Es tut weh darüber zu schreiben, darüber nachzudenken. Trotzdem schwirrt es in meinem Kopf herum…

Das Gespräch lief wie immer. Sie erzählte von ihrer Arbeit – ignoriert dabei ihre Gesundheit [Diabetes, Bronchitis] – möchte wissen wie es mir geht und akzeptiert dabei NUR ein “gut” – Gespräch vorbei.

Seit Wochen habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich scheue die Nähe von meiner Mom und gehe ihr aus dem Weg. Unsere Beziehung zueinander ist schlecht – sehr schlecht.

Das liegt daran dass…

1.  Meine Mom sich immer nur IHRE Situation und IHRE Probleme angesehen hat bzw. sehen wollte. Wie arm doch NUR sie ist und niemand sonst auf der Welt! Niemand erging es so schlecht wie ihr! Nein wir Kinder haben früher natürlich nichts mitbekommen, wir  waren ja zu klein um es zu verstehen. Kein Interesse wie wir Kinder alles mitbekommen haben und damit umgegangen sind.

2. Sie NIE für uns da war. Egal ob wir Probleme hatten, krank waren oder sonst erging, sie hatte keine Zeit. Es gab keine gemeinsamen Freizeit Aktivitäten, kein Frühstück bzw. Abendessen. Keine Zeit für unsere Elternabende. Für mich und meine Brüder keine “Aufklärung” keine abendlichen vorlese Rituale. Nichts.  Wir waren mehr oder weniger uns allein überlassen. Das einzigste was ich von ihr gelernt habe ist die Selbständigkeit. Immerhin.

Natürlich hat sie uns finanziell vieles ermöglicht. Das erste Fahrrad, neue Spielsachen, teure Schulausflüge, der neue Computer, mein Führerschein alles konnte sie uns ermöglichen. Aber dass wir lieber eine Umarmung, kuscheln und eine liebe Geste gebraucht hätten, als all das Geld versteht sie bis heute nicht.

Am Telefon hat sie mich NICHT einmal nach unserem ersten Urlaub oder um meine Sorgen und Ängste gefragt. Nein, sie wollte alles über meine Arbeit wissen und natürlich war sie mächtig Stolz als ich ihr von meinem Lehrgang erzählte…  Ihre Antwort: “Arbeit macht sich doch bezahlt, Kind.”

Ich habe oft versucht mit ihr zu reden. Wie alles damals gelaufen ist, wie wir alles erlebt haben und  NIE darüber gesprochen wurde. Ihre  Ausreden waren immer dieselben:  keine Zeit, eigene Probleme, immer arbeiten usw.

Wir sollten froh sein das sie uns alles ermöglicht hat andere Kinder hätten nicht so viel Glück etc. Bis heute keine Entschuldigung, keine Einsicht, keine Aussprache, keine liebevollen Gesten. Nichts.

Zwischen uns herrscht eine Kälte und ich kann mich absolut nicht dazu überwinden sie zu umarmen.

Ganz ehrlich? Zu meiner Mom habe ich Gefühle wie zu einem Stein. Traurig aber wahr…

2 thoughts on “Gespräch mit meiner Mom

  1. Deine Gefühle sind absolut nachvollziehbar. Wenigstens hast du versucht ins Gespräch zu kommen und wirst es nicht bereuen müssen, es nie probiert zu haben!

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