Schreckmoment

Heute nichts ahnend an der Bushalltestelle. Ich sehe zwei Jungen ca. 10 Jahre alt miteinander heftig treiten. Ich denke mir nichts dabei, schließlich sind es nur zwei Kleine die sich austoben.

Keine 2 Minuten später drehe ich mich um und traue meinen Augen nicht. Die beiden Jungs prügeln sich. Aber nicht das “normale” scherzhafte prügeln das ich als Kind oft mit meiner Freundin getan habe. Nein sie schlägerten aufeinander ein. Mit Fäusten, tritten und Ohrfeigen. Die ersten Sekunden war ich starr vor Schreck unfähig zu denken.

Doch als einer der beiden am Boden lag und der Andere mit dem Fuß nach ihm trat ging ich [als einzigste von ca. 10 gaffenden Menschen] dazwischen. Ich hielt den einen auf, redete auf ihn ein und versuchte ihn zu beschwichtigen. Ich dachte jetzt wird er schon zu Vernunft kommen, doch weit gefehlt. Er riß sich von mir los und wollte wieder dazu ansetzen, weiter auf den am Boden liegende einzudreschen.

Ich ging wieder dazwischen, mittlerweile Schweißperlen auf der Stirn. Endlich nach endlosen Minuten kam mir ein älterer Mann zu hilfe. Gemeinsam beruhigten wir die beiden und kümmerten uns um den anderen, dem [Gott sei dank!] nichts weiter passiert ist.

Völlig unruhig stieg ich später in den Bus und fuhr nach Hause.

Bin ich in einer Blase aufgewachsen oder warum empfinden es so viele als normal wenn zwei Kinder aufeinander eindreschen?! Natürlich hatte ich oft und öfters streit mit meinen Freunden und ab und zu haben wir uns auch gerauft. Aber einen am Boden liegenden noch zu treten?! No way!!

Ich bin traurig. Obwohl es nur zwei Kleine Jungs waren ist niemand dazwischen gegangen. Jeder hat gegafft aber keiner hat was unternommen. Ich hoffe so einen Schreckensmoment muss ich nie wieder erleben.

5 thoughts on “Schreckmoment

  1. Respekt! Ich hätte es nicht gekonnt, weil ich da gleich selbst starr werde. Ich bin dann in einem vergangenen Erleben. Hattte ein ähnlichen Fall vor kurzem am Hauptnahnof in der nächsten größeren Stadt. Da prügelte ein Mann der russisch oder so sprach auf einen Jungen ein. Und das mit dem Regenschirm. Der Junge wimmerte. Mir geht es immer noch nach das ich nicht geholfen habe – aber ich konnte nicht ich war starr vor Angst. Ging nichts mehr. Ich musste flüchten.
    LG desweges

  2. das ist becht traurig. ich hab es auch so kennengelernt: ein wenig (wie z.b. bei geschwisterlicher hassliebe^^) raufen ok, aber auf wehrlose eintreten ist absolut verachtenswert. ich habe ganz großen respekt vor dir, dass du eingeschritten bist 🙂 super!

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