Mein Berufsleben

Dank Zeitarbeiterin beschäftigt mich das Thema und ich schaue Rückblickend auf mein Berufsleben bzw Wahl. Ich finde es ist ein sehr spannendes Thema, da auch ich so meine Anlaufschwierigkeiten hatte.

Mein größter Traum damals war mein Abi zu machen. Ich stand damals kurz vor der Mittlere Reife Prüfungen und lernte meine [in meinem jugendlichen Leichtsinn gedacht] große Liebe kennen. Immerhin waren wir fast 6 Jahre zusammen. Jedenfalls war mir die Liebe damals viel wichtiger wie Schule und lernen. Obwohl ich das lernen liebt und sehr gute Noten hatte. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch, fühlte mich wie ein Glückskind voller Euphorie und Endorphine war mir alles egal. Ich bestand die Prüfungen mit guter Auszeichnung außer eine, sie sollte auch die wichtigste sein. Kein Wunder mit 1,0 Promille im Blut weil wir die Nacht durch gemacht hatten. Ich hatte wenigstens die Mittlere Reife in der Tasche.

Ich versuchte mich trotzdem bei verschiedenen Gymnasien zu bewerben. Es kamen nur absagen und niederschmetternde Antworten. Faul und verliebt wie ich war, gab ich auf und suchte mir auch danach keine Lehrstelle. Ich musste zu sehen, wie mein damaliger Freund voller Freude eine Lehre als Koch begann. Während ich drei Monate zu Hause saß, genoss er seine Ausbildung und wir sahen uns immer seltener. Ich dachte mir damals so schnell gebe ich nicht auf, suchte und suchte bis ich ein Praktikumsplatz auch als Köchin ergatterte.

Das Praktikumsjahr war die schönste Berufszeit meines Lebens. Ich verstand mich super mit meinen Chefs und Kollegen, wir scherzten und sogar freiwillige Überstunden machte ich gerne und ohne zu murren. Leider bildete der Betrieb nicht aus und ich zog weiter. Ich machte eine Ausbildung in einer Sterneküche. Dort war es um 180°  das genaue Gegenteil. Der Chef beschimpfte und beleidigte uns, manche gab er eine Ohrfeige, 16h Tage waren eher die Regel als Ausnahme. Ich schlief an manchen Tagen im Umkleideraum weil es sich nicht gelohnt hatte, nach Hause zu fahren. Trotzdem biss ich die Zähne zusammen und absolvierte die Ausbildung. Dazwischen wechselte ich den Betrieb aber es änderte sich nicht viel.

Ich wusste vom allerersten Tag, dass ich diesen Beruf nicht mein Leben lang machen möchte. Der Stress, die schlechte bezahlung und der Undank waren es nicht Wert. Eigentlich tat ich es damals für meinen Freund. Ich wollte das gleiche machen wie er. Ich wollte mit ihm mithalten. Ich wollte eine Gemeinsamkeit.

Nach der Ausbildung arbeitete ich ein Jahr für einen Autozulieferer in der Produktion. Ich wollte schnelles und einfaches Geld verdienen was dann auch klappte.  Natürlich war die Arbeit auf Dauer stumpfsinnig und leer.

Danach wechselte ich zu meiner jetzigen Firma  in der Medizinbranche, in der ich jetzt zwei Jahre arbeite. Durch Glück kam ich  gleich in die Entwicklungsabteilung. Was soll ich sagen? Es macht mir Spaß, die Arbeit ist Herausfordernd, mein Gehalt ist super und das wichtigste sie fördern auch die Mitarbeiter. Siehe Weiterbildung. Ich denke mein Zug wird noch weiter fahren denn ich bin Ehrgeizig.

Fazit: Meine Berufswahl war damals doof und naiv. Das liegt auch daran weil mir niemand beratend zur Seite gestanden hat.  Heute würde ich das gleiche machen, denn seit der Ausbildung kann mich nichts mehr so schnell aus der Ruhe bringen und ich weiß was es heißt sch*** zu fressen. Ich denke ohne diesen Weg wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute bin!

 

4 thoughts on “Mein Berufsleben

  1. Was für ein schöner Beitrag! Ja, man ist die Summe seiner Erfahrungen – und du hast schon so einige gesammelt… Bevor man sich ins Berufsleben stürzt, möchte man eigentlich eines vermeiden, nämlich schlechte Erfahrungen zu sammeln. Dass man aus ihnen besonders gut lernt, vergisst man dabei schnell. Meine schlimmsten Erfahrungen habe ich im Callcenter gesammelt. Dieser Job war so stumpfsinnig, dass er für mich Sinnbild eines Horrorjobs geworden ist. Nichtsdestotrotz habe ich dort echt nette Kollegen gehabt, mit denne ich teils noch heute in Kontakt stehe.
    Wie bist du eigentlich nach deiner Ausbildung zur Köchin auf die Idee gekommen, für einen Autozulieferer zu arbeiten? Und danach in der Medizinbranche. Das sind doch sehr unterschiedliche Bereiche…
    Insofern stehst du auch exemplarisch für den “neuen Arbeitnehmer”, der nicht mehr von der Ausbildung bis zur Rente einem einzigen Job treu bleibt/bleiben kann.
    Besten Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade und weiterhin viel Spaß beim Bloggen wünscht: die Zeitarbeiterin!

    • Das war mehr zufall. Nach der Ausbildung bin ich ca. 100km zu meinem Verlobten gezogen und ich brauchte damals dringend Geld und es war damals die erste Firma deren Zusage ich hatte. Aber wie gesagt auf Dauer war das nix.

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