Vorstellungsgespräch die dreihundertzweiundzwanzigste

Ich mag es kaum glauben aber ich hatte in meinem jungen Leben schon [nach Liste] vierunddreißig Vorstellungsgespräche.

Ich lasse mir gerne mehrere Optionen offen und suche mir dann das beste heraus. Letzte Woche hatte ich eins, dass alles in den Schatten stellte.

Es ging um die Stelle als stellvertretende Küchenleitung. Ich kam pünktlich, gestrigelt und musste erstmal 10 Minuten warten. Bis dahin nichts ungewöhnliches. Der Chef 1,90m groß und breit wie ein Schrank, kam auf mich zu und wir setzten uns in eine Ecke im Restaurant. Nach kurzem Vorstellen ging es los. Er meckerte, schimpfte und redete sich in Rage [über eine halbe Stunde] über seine jetzige Stellvertretende Leiterin und ging sogar ins persönliche. Was Sie denn alles nicht kann, was Sie alles falsch machte, Sie bekam nichts auf die Reihe etc…  Ich hatte sowas noch nie erlebt dementsprechend war ich sprachlos.

Er setzte fort, dass er vor einem halben Jahr anfing und das ganze Personal komplett auswechselte und jeder nach seiner Spur pfeifen musste. Der wo das nicht tat, mit dem machte er kurzen Prozess. Nachdem ich das erstmal verdaut hatte zeigte er mir die Küche und stellte mir das Personal vor. Immer mehr wurde er mir unsympathisch und ich hielt Abstand. Ich kenne solche Chefs zu genüge besonders in der Gastronomie. Totaler Koleriker, Kontrollfreak mit einem Hauch von satanistischen Gedankengut. Irgendwie war ich ihm sympathisch[!] denn am liebsten hätte er mich sofort eingestellt.

HALLO?? Meine Gedanken kreisten. Wenn ich nicht sofort nach seiner Pfeife tanze stehe ich auch sofort auf der schwarzen Liste? Selbst wenn das mit seiner jetzigen Leiterin stimmte, zeichnet es nicht einen guten Chef aus die Probleme intern zu lösen und nicht rumzuposaunen?  Ich würde nie auf die Idee kommen zu einem Vorstellungsgespräch  über meinen Chef bzw. Firma zu lästern. Das ist ein No-Go!

Das sagt mir jedenfalls alles über ihn. Ganz klare Antwort: Nein, Nein und Nein!

Sowas muss ich mir nicht nochmal  antun!

Nachbarschaftsstreit

In den letzten Wochen war einiges los. Jetzt da endlich mal seit Wochen, richtig schönes Sonnenschein Wetter ist, hat mich eine Erkältung flach gelegt. Wenigstens habe ich mal wieder Zeit zum bloggen.

Vorletztes Wochenende gab es Trubel mit unserer Nachbarin. Sie, ihre zwei süßen Kinder und ihr Ehemann sind türkisch Stämmig. Ich kenne sie nun seit ein paar Jahren und ich bewundere Sie. Sie ist herzlich, offen, freundlich und vor allem strahlt sie immer eine wahnsinnig positive Stärke aus.

Letztes Jahr halfen wir ihr, ihre Wohnung komplett zu renovieren. Neue Möbel, tapezieren und streichen. Im Gegenzug bekochte sie uns öfters mit ihren alten Großmutter türkischen Rezepten. Ich lobe nicht oft die Kochkünste von jemanden. Denn als gelernte Köchin stelle ich sehr hohe Ansprüche, auch bezogen auf mich. Aber ihr Essen *nom nom*  einfach super, lecker und genial.

Ich wunderte mich zwar das ihr Mann nie zu Hause war aber ich wusste er arbeitete in der Gastronomie, wo 12h Schichten eher als normal angesehen wurden. Vor ein paar Wochen bat sie mich um ein vertrauliches Gespräch. Nichtsahnend, stimmte ich zu und besuchte Sie. Sie öffnete ihr Herz und erzählte mir, dass ihr Ehemann seit ein paar Jahren gewalttätig ihr gegenüber sei.

Völlig von den Socken gerissen wusste ich erstmal keine Antwort. Er bedrohte, beschimpfte und zum Schluss schlug er sie.

Auf die Frage wie lange sie denn das schon mitmache, erwiderte sie verlegen, seit geraumer Zeit. Wo soll sie alleine hin mit zwei kleinen Kindern? Außerdem hoffte sie immer, dass er sich würde ändern. O.k tief durchatmen authenticgirl! Was kann ich bzw. wir für sie tun?

Da kam das ganze Ausmaß heraus. Vor ein paar Tagen machte er nicht  vor seinen Kindern halt, rastete aus und schlug die zwei Kleinen. Damit nicht genug[!] war er Spielsüchtig und verzockte mal an einem Abend zwei tausend Euro!! Gott sei Dank[!] öffnete das ihre Augen und sie wollte am Wochenende in einer Nacht und Nebelaktion wenn er arbeitete, verschwinden.

Sie konnte fürs erste bei ihrer Schwester unterkommen fünfhundert Kilometer entfernt. Ich sollte für ein paar Stunden die Kinder nehmen während Tiger mit ihr, ein paar Möbel und das nötigste für die Kinder, in den Transporter lud, den ihre Schwester fuhr.  Natürlich war das kein Problem für uns! Bei so einer tragischen Geschichte, musste man helfen!

Am besagten Samstag war die Polizei präsent  [nur zur Sicherheit, falls er nach Hause kommen würde] und ich versuchte die Kinder mit diversen Spielen abzulenken. Die Kinder wussten natürlich was passierte und waren dementsprechend hibbelig, aufgeregt und wussten nicht wohin mit sich. Trotzdem klappte alles wie am Schnürchen, es gab keine Zwischenfälle und Tiger half wo es nur ging.  Unter tränenreichen Abschied umarmten wir uns und sagten uns Lebewohl . Ich wünsche ihr alles Gute für die Zukunft! Das sie ihr Glück und ihr Leben wieder findet.

Danach dachten wir, es würden Wutausbrüche oder schlimmeres  seinerseits folgen und schlossen sorgsam unsere Haustür ab und mieden die Wohnung. Nichts. Erstaunlicherweise blieb es ruhig und wir hörten, wussten und sahen nichts von ihm. Worüber ich sehr froh bin und hoffe es bleibt so!

 

Backgeschichte

 

 

Mich gleich nach der Arbeit umgezogen und in frisch gewaschene Kleidung geschlüpft nur um mich 2h später beim Waffeln backen von oben bis unten mit Teig einzusauen -.-

Kommentar von Tiger: “Das wäre nicht passiert hätte ich nackig ähm natürlich mit Schürze gebacken.”  😉

Krasse Erfahrungen Teil I

Ich hatte [jedenfalls für mich] eine oberflächliche Freundin namens Tina. Das heißt nicht, dass sie sehr viel Wert auf ihr äußeres gelegt hätte sondern es braucht sehr sehr lange bis ich eine Bekannte eine “gute” Freundin oder beste Freund/ Freundin nenne.  Da muss schon einiges passieren bis ich jemanden wirklich vertraue, kann über Jahre gehen.

Tina dachte ich wäre ihre beste Freundin obwohl ich immer  versuchte  ihr keinen Anlass für diesen Grund zu geben. Tina war Mitte dreißig hatte ein dreijährigen Sohn, war mit ihrem zweiten Kind schwanger und hatte sich gerade von ihrem Mann getrennt.

Wir waren ein Jahr befreundet. Sie rief mich desöfteren an, auch abends und nachts und erzählte mir ihr leid. Sie war  in eine neue Wohnung gezogen und Ihr Ex Mann lauerte ihr im Flur, vor der Eingangstür oder bei den Nachbarn auf. Natürlich war sie verzweifelt und brauchte jemanden der ihr zuhörte und unterstützte. Deswegen war ich da und versuchte mein bestes ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Ich erlaube mir zu behaupten, dass ich eine recht gute Menschenkenntnis besitze und von Anfang hatte ich Bauchschmerzen bei ihr.  Aber sie tat mir so unendlich leid und deswegen sprang ich über meinen Schatten und unterstützte sie. Immer mit einem gewissen Abstand von meinerseits z. B war sie nie bei mir zu Hause oder wusste sonst über meine Hobbies Bescheid. Aber dafür lernte ich umso mehr über sie kennen…

[zur Erklärung: Ich bin ein vollblut Metler. Ich lebe und fühle die Musik, tanze und identifiziere mich mit Metall. Es ist mein Leben. Dementsprechend ziehe ich mich des Öfteren so an. Das heißt Springerstiefel, Nietenweste, kurze Hosen mit Netzstrümpfen etc…]

Sie sah mich eines Tages, in meiner Metler Kluft in der Stadt spazieren. Unsere Blicke trafen sich. Ich ging zu ihr und wollte meinen Mund  gerade öffnen als sie mich  geringschätzig musterte und mich anschrie:” Du betest ja Satan an!Hätte ich das vorher gewusst.”  Bevor ich was erwidern konnte, drehte sie sich wie von der Tarantel gestochen um und verschwand. Bis heute habe ich nichts mehr von ihr gehört.

Fazit: Mein Bauchgefühl hat sich mal wieder bewahrheitet. Wieder eine Bekannte auf meiner Liste gestrichen. 🙂

Wer nur oberflächlich betrachtet sieht den wahren Kern des Menschen nicht.